Einblicke in unsere Umweltprüfzentren: Diese Produkttests müssen unsere Leuchten überstehen

In unseren Umweltprüfzentren werden Muster unserer Leuchten einer wirklich harten Behandlung ausgesetzt: Sie werden Stoß-, Schock- und Vibrationsprüfungen unterzogen, in Wasser untergetaucht, mit Druckwasser abgesprüht oder im Tauchtank unter Druck gesetzt, in Salzsprüh-Prüfkammern korrodiert oder in unseren Klimaprüfschränken verschiedensten klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Wir tun das, weil wir genau wissen wollen, was unsere Produkte aushalten können und damit sie die richtigen nationalen und internationalen Klassifikationen und Zertifikate erhalten. Welche Produkttests wir im Detail durchführen, wollen wir Euch heute verraten.

Klimaprüfung

Durch Umweltsimulationen in Klimaprüfkammern können wir die Auswirkungen von Temperatur und Feuchtigkeit auf unsere Produkte unter kontrollierten Bedingungen messen. Unsere Klimaprüfkammern haben ein Fassungsvermögen von bis zu 1.500 l und sind für Wärmeprüfungen bei Temperaturen von bis zu +180 °C, Kälteprüfungen bei bis zu -75 °C und Feuchteprüfungen bei einer Luftfeuchtigkeit von 10-98 % ausgelegt. Dort sind wir in der Lage, die Auswirkungen auf unsere Leuchten bei unterschiedlichsten Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten, einschließlich extremer Stressparameter wie schneller Temperaturwechsel, zu reproduzieren.

EMV

Hierbei untersuchen wir die ungewollte Erzeugung, Ausbreitung und Aufnahme elektromagnetischer Energie und die damit verbundenen unerwünschten Effekte (elektromagnetische Beeinflussung). Mit der EMV-Prüfung soll sichergestellt werden, dass Komponenten oder Systeme einander nicht durch ungewollte elektrische oder elektromagnetische Effekte störend beeinflussen und einen korrekten Betrieb nicht verhindern. In unserer geschirmten Kammer können wir für unsere Beleuchtungsanlagen erforderliche Prüfungen durchführen. Wir können die Produkte auf gestrahlte und leitungsgeführte Störaussendung, elektrostatische Entladung, schnelle transiente elektrische Störgrößen (Burst) und Stoßspannungen (Surge) in Stromleitungen sowie auf Störfestigkeit gegen hochfrequente elektromagnetische Felder prüfen.

Vertikale Schockprüfung (freier Fall)

Mechanische Schocks können ein Produkt beschädigen. Deshalb gibt es, je nach vorgesehener Anwendung und Verwendungszweck der Leuchte, bestimmte Anforderungen an die Schockfestigkeit auf der Grundlage internationaler Normen. Wir prüfen unsere Leuchten für die Typenzulassung nach diesen Anforderungen. In unserer Freifall-Schock-Prüfanlage werden Objekte mit einem Maximalgewicht von 70 kg geprüft, wobei jeder Schockimpuls in einem Oszilogramm aufgezeichnet wird. Je nach Fallhöhe lassen sich maximal 300g erreichen. Unsere vertikale Freifall-Schock-Prüfanlage ist für Schockimpulse mit hohen g-Kräften/kurzer Dauer ausgelegt, die Pulsform ist ein Halbsinus.

Prüfung der Temperatur

Bei bestimmten Technologien beeinträchtigt die auf das Leuchtmittel und das Vorschaltgerät einwirkende Wärme die Gesamtleistung der Leuchte in Bezug auf Lichtleistung, Farbqualität, Lichtstromfaktor sowie Lebensdauer von Lampe und Vorschaltgerät. Aus diesem Grund ist eine gute Temperaturregelung von großer Bedeutung bei der Konstruktion von Leuchten. Unsere Ingenieure investieren viel Arbeit in die verschiedenen Aspekte des Temperaturmanagements. Wärmemessungen dienen der Ermittlung kritischer Komponententemperaturen, um eine möglichst lange Produktlebensdauer zu erreichen und die maximale Umgebungstemperatur (Ta-Wert) für die Leuchte festzulegen.

Fotometrie

Fotometrie ist die Wissenschaft von der Messung des Lichts in Bezug auf seine vom menschlichen Auge wahrgenommene Helligkeit. Fotometrische Messungen basieren auf Fotodetektoren, die ein elektrisches Signal erzeugen, wenn sie Licht ausgesetzt sind. Unsere Leuchten werden mithilfe von Drehspiegel-Fotometern geprüft, wobei die Leuchte ortsfest in ausreichendem Abstand von der Fotozelle positioniert wird, so dass sie als Punktquelle betrachtet werden kann. Aus den fotometrischen Daten können nach geltenden Standards und Applikationen lichttechnische Daten ermittelt werden. Diese werden als Ausgangspunkte für Lichtberechnungsprogramme verwendet, mit deren Hilfe ganze, mit verschiedenen Leuchten ausgestattete Räume berechnet und ausgewertet werden und genaue Beleuchtungspläne erstellt werden können.

Spektrometrie

Spektrometrie ist die Untersuchung von Objekten auf der Grundlage des von ihnen ausgesandten oder reflektierten Farbspektrums. Das Spektrum des Lichts und nahen IR- bzw. UV-Bereichs ist der Bereich des elektromagnetischen Spektrums. Wir nutzen modernste Geräte wie Spektralradiometer zur Bestimmung der Qualität von Leuchtmitteln und Leuchten. Mithilfe dieser Geräte können wir genaue Messungen des Gesamtlichtstroms und des Gesamtspektralflusses durchführen. Dabei werden für die Messungen des Gesamtlichtstroms von LEDs, Lampen und Leuchten Standardkonfigurationen optimiert.

IP-Schutzart (Wasser)

In unseren Feuchträumen bewerten wir den Schutz unserer Leuchten gegen das Eindringen von Wasser, der je nach Schutzart und Anforderungen an die verschiedenen Beleuchtungsprodukte variiert. Die IP-Schutzart (Ingress Protection Rating) gibt die Art und den Umfang des Schutzes gegen das Eindringen von Festkörpern (einschließlich Körperteile wie Hände und Finger) sowie gegen Staub, unbeabsichtigte Berührung und Wasser in mechanischen Gehäusen und Schaltschränken an.

IP-Schutzart (Staub)

In unseren Staubkammern bewerten wir den Schutz unserer Leuchten gegen das Eindringen von Feststoffteilchen, der je nach Schutzart und Anforderungen an die verschiedenen Beleuchtungsprodukte variiert. Bei der Staubprüfung wird die Funktion unserer Leuchten unter extremen Umweltbedingungen geprüft, wobei die Dauer der Prüfung sowie die Zusammensetzung des Staubs durch internationale Standards festgelegt sind. Die Staubentwicklung in der Prüfkammer wird durch das Einblasen mittels Druckluft erzeugt. Durch starke Luftbewegung wird der Staub geblasen und herumgewirbelt.

Salzsprühnebelprüfung

Die Salzsprühnebelprüfung ist eine standardisierte Prüfung für die Bewertung des Korrosionsschutzes verschiedener Überzüge. Dabei wird ein Korrosionsangriff auf die mit einem Überzug versehenen Musterstücke erzeugt, um zu ermitteln, inwieweit dieser Überzug als Schutzbeschichtung geeignet ist. Die Salzsprühnebelprüfung spielt eine besonders große Rolle bei der Beurteilung der Eignung von Produkten, die für den Außenbereich vorgesehen sind oder unter kalten und feuchten Umweltbedingungen eingesetzt werden sollen. Nicht geeignete Produkte korrodieren unter dem Einfluss der salzhaltigen Luft innerhalb kürzester Zeit. In unseren Salzsprühkammern mit einem Fassungsvermögen von 1.000l können wir die Auswirkungen von salzhaltiger Luft auf unsere Leuchten in einem beschleunigten Verfahren simulieren. Dabei wird nach einer bestimmten Zeit das Auftreten von Korrosionsprodukten (Oxiden) bewertet. Die Dauer der Prüfung ist abhängig von der Korrosionsbeständigkeit der Beschichtung. Je korrosionsbeständiger der Überzug ist, desto länger die Prüfzeit ohne Auftreten von Korrosion.

Schlagfestigkeit

Schlagfestigkeitsprüfungen dienen der Ermittlung der Zähigkeit von Material. Die Zähigkeit eines Materials beschreibt dessen Fähigkeit zur Energieaufnahme bei Verformung. Spröde Werkstoffe weisen eine geringe Zähigkeit auf und sind daher nur sehr begrenzt in der Lage, sich plastisch zu verformen. Die Zähigkeit eines Materials ist auch temperaturabhängig. Generell gilt, dass die Zähigkeit mit sinkender Temperatur abnimmt. Wir prüfen unsere Leuchten mithilfe eines Pendels mit bekannter Masse und Länge, das von einer bekannten Höhe aus auf das Muster fällt. Die Muster werden in einer Spezialkammer mit Temperaturen von bis zu -50 °C positioniert. Dabei sollte die Temperatur in der Prüfkammer 5 °C unter der vom Hersteller für die Leuchte angegebenen niedrigsten Umgebungstemperatur (Ta-Wert) liegen.

Prüfung der Ballwurfsicherheit

Leuchten zur Verwendung in Sportanlagen und Mehrzweckhallen müssen ballwurfsicher sein. Verschiedene Produkte aus unserem Sortiment sind nach der deutschen Norm DIN 57710-13 ballwurfsicher. In dieser Norm ist die Stoßsicherheit von Leuchten für Sporthallen geregelt. Das bedeutet: auftreffende Bälle dürfen die Leuchte nicht derart beschädigen, dass Leuchtenteile herabfallen. Bei der Standardprüfung der Ballsicherheit darf eine Leuchte durch 36 geschossene Bälle aus drei Richtungen nicht beeinträchtigt werden. Dabei trifft ein geeichter Handball mit einer maximalen Aufprallgeschwindigkeit von 60 km/h auf die Leuchte. Nach der Prüfung muss die Leuchte noch funktionieren, ohne dass abgelöste oder zerbrochene Teile heruntergefallen sind oder sich die IP-Schutzart geändert hat.

Routineprüfungen

Unsere Routineprüfungen bestehen aus verschiedenen Sicherheits- und Funktionsprüfungen, die an sämtlichen unserer hergestellten Produkte in unseren Produktionsanlagen durchgeführt werden. Die Sicherheits- und Funktionsprüfung ist ein integraler Bestandteil der Qualitätskontrolle im Werk und wird im Montagebereich durchgeführt. Bei der Montage der Leuchten wird jedes Produkt vor dem Verpacken und Etikettieren getestet und gekennzeichnet. Zum Funktionstest gehört gegebenenfalls auch die Kontrolle der beweglichen Teile. Das Personal stellt sicher, dass das Produkt die korrekte Lichtleistung erbringt und kontrolliert es auf eventuelle Unregelmäßigkeiten bei der Stromversorgung und der Kabelisolierung. Dazu gibt es entlang der Montagebänder geeichte Instrumente.

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