Lichtplanung in der Praxis: Empfindliche Materialien mit UV-Filterglas schützen

Nicht nur für den Menschen, auch für Papier ist UV-Licht eine unsichtbare Gefahr – es kann ausbleichen, vergilben, verfärben, verspröden. Während sich der Mensch mit ein bisschen Sonnencreme oft schon ausreichend vor schädlichen Einflüssen schützen kann, bedarf es bei dem UV-Schutz von Papier aufwendigerer Maßnahmen. Soll Papier dauerhaft archiviert werden, muss eine geeignete Lichtquelle installiert werden, die die kurzwellige Strahlung vollständig herausfiltert. Im Archiv des Chemiekonzerns BASF SE haben wir zu diesem Zweck Leuchten mit einem speziellen UV-Filterglas installiert.

Deckenhohe tresorartige Schränke, tausende Aktenordner, keine Sonne: Im Archiv des Chemiekonzerns BASF SE herrschen ganz besondere Bedingungen.
Deckenhohe tresorartige Schränke, tausende Aktenordner, keine Sonne: Im Archiv des Chemiekonzerns BASF SE herrschen ganz besondere Bedingungen.

Photochemische Veränderungen durch UV-Licht verlaufen langsam. Mögliche Lichtschäden sind dabei kumulativ, das heißt, kein Material vergisst eine Bestrahlung, ihre Stärke und Dauer. Umso wichtiger ist es deshalb, zu archivierende Dokumente konsequent vor Lichteinflüssen jeglicher Art zu schützen. Um mögliche Schäden durch Tageslicht von Vorneherein auszuschließen, wurde das BASF-Archiv ohne Fenster konzipiert. Damit die Mitarbeiter im Archiv trotzdem produktiv und motiviert arbeiten können musste dieser Mangel an Tageslicht allerdings mit künstlichen Lichtquellen kompensiert werden. Das Lesen von Dokumenten in den engen Räumen zwischen den Aktenschränken stellte zudem hohe Anforderungen an die Ausleuchtung und Entblendung. Aber wo eigentlich viel Licht sein muss, ist gleichzeitig viel Schädigungspotential für das Papier, denn auch Strahlung im sichtbaren Bereich – also herkömmliches Licht aus künstlichen Lichtquellen – kann zu Verschleiß führen. Die Planer des Beleuchtungskonzepts standen also vor der Herausforderung, den Mitarbeitern mit künstlichen, hellen Lichtquellen ein entspanntes Lesen von Dokumenten zu ermöglichen und die Dokumente gleichzeitig vor Schäden durch diese Lichtquellen zu bewahren. Die Planer entschieden sich für die Anbau- und Pendelleuchte C51-S in Kombination mit einem UV-Filterglas. Ursprünglich als Sporthallen-Leuchte konzipiert, zeichnet sich die C51S beim Lesen und Arbeiten im Archiv durch eine maximale Entblendung, eine ausgezeichnete Lichtverteilung und einen hohen Wirkungsgrad aus. Für den gewünschten UV-Schutz wurde das Leuchtengehäuse aus Stahlblech mit einem UV-Filterglas ausgestattet, das die kurzwellige Strahlung bis 355 nm herausfiltert, ohne die Farbwiedergabe zu verschlechtern. Seit ihrer Installation spenden die Leuchten also ein helles Licht ohne ungewollte Nebenwirkungen.

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