IP-Klassifizierung von Leuchten

Im Gegensatz zu herkömmlichen Leuchten müssen Industrieleuchten eine Reihe an Normen und Vorschriften erfüllen um für ihren jeweiligen Einsatzbereich zugelassen zu werden. Die Widerstandsfähigkeit einer Leuchte gegenüber Wasser und festen Körpern, wie z.B. Staub, wird über verschiedene IP-Schutzarten definiert. Während eine Standardinnenleuchte normalerweise über die IP-Klasse 20 – d.h. Schutz gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser von mehr als 12,5mm – verfügt, weisen Industrieleuchten überwiegend höhere Widerstandsfähigkeiten auf. Ob eine Leuchte „regenfest“, „spritzsicher“ oder „staub- und strahlsicher“ sein muss, entscheidet sich nach ihrem vorgesehenen Einsatzgebiet. Die höchste Schutzklasse für mechanisches Eindringen ist die IP6x. Leuchten dieser Schutzklasse müssen sowohl gegenüber Staub, als auch bei Unterdruck vollständig dicht sein. Der Isolierdruck muss bei ihnen also so hoch sein, dass der Unterdruck nicht ausgeglichen werden kann. IPx6-Leuchten sind vor starkem Strahlwasser und schwerer See geschützt. In der Praxis handelt es sich hierbei um Leuchten, die oft mit Hochdruckreiniger behandelt werden oder auf Schiffen dem Seegang ausgesetzt sind. Sollen die Leuchten auch unter Wasser eingesetzt werden, müssen sie über die Schutzklassen IP67 (wasserdicht bei 30 Minuten in 1m Tiefe) oder IP68 (bspw. geeignet für Unterwasserbeleuchtungen in Schwimmbecken) verfügen.

Heiss, kalt, chemisch, explosiv: Anwendungsumgebung entscheidet über die richtige Leuchte

Viele Industrieleuchten müssen extremen Umgebungstemperaturen trotzen. Ein wichtiges Kriterium für die Anerkennung von Leuchten für bestimmte Temperaturbereiche ist der Ta-Wert. „Ta“ ist die Abkürzung für temperature ambient oder Umgebungstemperatur. Die Bedeutung des Ta-Werts wird zunehmend wichtiger, da in modernen Leuchten stetig mehr Elektronik verbaut wird. Wenn nicht anders angegeben, ist eine Leuchte für eine Umgebungstemperatur von 25°C vorgesehen. Industrieleuchten hingegen halten auch Temperaturen von -40 bis +55 stand. Eine Faustregel ist, dass sich die Lebensdauer einer elektronischen Komponente jedes Mal verdoppelt, wenn ihre Umgebungstemperatur um zehn Grad fällt. Es ist daher wichtig, ein HF-Vorschaltgerät an einen kühlen Ort zu stellen. Einige Industrieleuchten verfügen zudem über spezielle Resistenzen die einen Einsatz in chemischen Umgebungen ermöglichen. Inwieweit die Materialien einer Leuchte chemisch beständig sind, muss im Vorfeld einer Installation detailliert geklärt werden. Werden bspw. Feuchtraumleuchten in Bereichen eingesetzt, in denen verstärkt Öl-, Fett- oder Chlordämpfe auftreten oder ein direkter Kontakt mit diesen Stoffen möglich ist – wie z.B. in der Lebensmittel verarbeitenden Industrie, Küchen, direkten Bereiche von Maschinen und Hallenbädern – sollten Wannenabdeckungen aus Acrylglas in Verbindung mit rostfreien Stahlverschlüssen verwendet werden. Leuchten für Bereiche mit Explosionsgefahr verfügen über eine spezielle Ex-Klassifizierung. Diese Zertifizierung wird nach geltenden europäischen Vorschriften durchgeführt. Explosionsgeschützte Leuchten können selbst in Bereichen mit kontinuierlicher, gelegentlicher oder kurzfristiger Explosionsgefahr installiert werden.

Überblick: IP-Klassifizierung von Leuchten

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